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Umweltpolitik » Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser – Für einen nachhaltigen Hochwasserschutz
03Jul

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser – Für einen nachhaltigen Hochwasserschutz

Das Hochwasser zieht sich langsam aus den letzten überfluteten Gebieten zurück. In einigen Gegenden wird es allerdings noch Wochen dauern, bis die letzten Wasserflächen verdunstet oder abgeflossen sind. Die Folgen für das Land sind verheerend: Allein der materielle Schaden in Sachsen-Anhalt wird erheblich sein.

Gleichzeitig müssen wir uns die Frage stellen, wie wir die Folgen von Hochwasserereignissen in Zukunft wenigstens minimieren können. Hier macht das Wort vom nachhaltigen Hochwasserschutz die Runde. Auch die Landesregierung hat es sich nun auf die Fahnen geschrieben. Das ist – wenn daraus auch wirklich Taten folgen sollten – zu nächst als erfreulich zu bezeichnen.

Aber was hat die Landesregierung seit der Flut von 2002 unternommen? Wo sind die versprochenen Retentionsflächen? Die Bilanz der vergangenen Jahre lässt die Versprechungen nicht besonders glaubwürdig erscheinen. Zwar sind rund 500 Mio. EUR in den Bau und die Sanierung von Deichen geflossen. Aber allein höhere Deiche lösen das Problem nicht. Der technische Hochwasserschutz stößt an seine Grenzen. Die schnelle Ableitung – das hat das Hochwasser 2013 gezeigt – erhöht die Scheitel an den Unterläufen und macht dort erhebliche Probleme. Die Schäden werden also nur verlagert.

Das Land hat 17 Deichrückverlegungen vorgesehen. Bisher ist erst eine umgesetzt und für viele der noch übrigen hat noch nicht einmal die Planung begonnen. Nachhaltiger Hochwasserschutz sieht anders aus.

Unsere Flüsse brauchen mehr Raum. Überschwemmungsgefährdete Gebiete sollten nicht neu bebaut werden. Fläche muss entsiegelt werden, damit Regenwasser im Boden versickern kann. Deiche müssen erneuert und erhöht werden, damit sie kommenden Hochwassern Stand halten können.

Bei allem gilt es, das richtige Maß zwischen technisch möglicher und notwendiger Sicherheit zu finden. Interessenkonflikte werden dabei nicht zu vermeiden sein. Aber Entrechtung und Zwang sind keine guten Ratgeber, wenn man für Akzeptanz sorgen will. Deshalb sollten auch Rücksichtnahme auf Natur- und Denkmalschutz sowie Entschädigungen für Landwirte, die ihre Flächen dem nachhaltigen Hochwasserschutz zur Verfügung stellen, das Mittel der Wahl sein. Man stelle sich einmal vor, wir hätten nur einen kleinen Teil der 8 Mrd. EUR, die nun für den Wiederaufbau zur Verfügung stehen sollen, zum Beispiel für Deichrückverlegungen verwenden können. Das wäre im doppelten Sinne nachhaltig gewesen.

 

Verfasst am 03.07.2013 um 10:00 Uhr von mit den Stichworten , , , , .
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