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Halle (Saale) & Umweltpolitik » Es besteht dringender Handlungsbedarf am Gimritzer Damm
09Sep

Es besteht dringender Handlungsbedarf am Gimritzer Damm

Stadt und Land wissen spätestens seit dem Winterhochwasser im Januar 2011, dass der Deich am Gimritzer Damm dringend saniert oder sogar neu gebaut werden muss. So stellte bereits der Hochwasserbericht der Stadt im Jahr 2011 fest, dass er als Hochwasserschutzanlage nicht geeignet ist. Auch Gutachten des Umweltministeriums attestierten ihm nur noch eine eingeschränkte Schutzfunktion.

Ein Jahr und eine verheerende Flut später entschließt sich der Oberbürgermeister der Stadt Halle zum Handeln. Nachdem der Landesbetrieb für Hochwasserschutz feststellt, dass der Deich durch das Jahrhunderthochwasser faktisch unbrauchbar ist und das Land einen neuen aber erst in 2014 bauen könne, gibt er – unter Verweis auf die drohende Gefahr für Halle-Neustadt beim nächsten jederzeit möglichen Hochwasser – den Bau eines neuen Deiches entlang der Halle-Saale-Schleife in Auftrag.

Die Vorbereitungen für die Baumaßnahmen beginnen zügig. Bagger rollen an und erste Bäume werden gefällt. Doch dann werden die Arbeiten von den Gerichten gestoppt. Der Streit dreht sich um Zuständigkeiten (Land oder Stadt), die Einhaltung von Planungsverfahren und mögliche negative Folgen für Überflutungsbereiche in der Innenstadt und auf dem Gut Gimritz, die sich aus der Verkleinerung der Überflutungsfläche ergeben.

Dabei steht eines nach wie vor fest: es geht nicht um die Frage, ob gebaut werden soll oder nicht, sondern darum, wer den Bau planen, beschließen und durchführen darf. Darüber kann auch die Aussage des Umweltministeriums nicht hinwegtäuschen, dass der Deich einem weiteren Hochwasser noch einmal standhalten werde – mit entsprechender Vorbereitungszeit und dem massiven Einsatz von Sandsäcken versteht sich. Ein neuer Deich muss her! Auf die notwendigen Genehmigungsverfahren kann aber nicht verzichtet werden.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sollte auch noch einmal geprüft werden, welche Variante nun tatsächlich gebaut wird. Der Verlauf an der Halle-Saale-Schleife hätte eine Verringerung der Retentionsfläche zur Folge würde aber im Gegensatz zum alten Deich auch das Gelände der Eissporthalle in den Hochwasserschutz einbeziehen. Sollte die Stadt sich dazu entschließen, die Halle aufzugeben und abzureißen, dann wäre auch ein Deich parallel zum alten Verlauf denkbar. Damit würde man die vorhandene Retentionsfläche erhalten und gleichzeitig einen „Bauch“ im Deichverlauf vermeiden, der durch den hohen Wasserdruck ein hohes Risiko birgt. Solch ein „Bauch“ entwickelte sich zuletzt in Fischbeck zur Achillesferse am Deich.

Und letztlich dürfen wir auch nicht den Blick flussaufwärts aus den Augen verlieren. Wir brauchen zusätzliche Retentionsflächen und auch über die Steuerung der Talsperren in Thüringen und deren Rückhaltevolumen muss diskutiert werden.

Verfasst am 09.09.2013 um 0:00 Uhr von mit den Stichworten , , , , .
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