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Halle (Saale) & Verkehrspolitik » Gutachten: Kein Bedarf für die A143
09Dez

Gutachten: Kein Bedarf für die A143

Das Fazit der im Auftrag der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erarbeiteten Verkehrsstudie ist eindeutig: für die A 143 gibt es keinerlei verkehrspolitische Gründe. Der in bisherigen Verkehrsgutachten für die A 143 prognostizierte Anstieg des Verkehrsaufkommens bis zum Jahr 2025 ist viel zu hoch angesetzt. Höchstens ein Viertel der 43.500 Kfz werden die A 143 pro Tag nutzen – aber für 10.000 Kfz baut man keine Autobahn. Daher besteht aus verkehrlicher Sicht kein Bedarf für den Bau der A 143.

Seit den frühen 90er-Jahren wird davon gesprochen, nördlich von Halle eine Autobahn zu bauen: die A 143. Doch obwohl kein Bedarf besteht und die Verkehrsentlastung der Stadt Halle nur marginal ist, wird nach wie vor an diesem Projekt festgehalten. Hinzu kommt die Zerschneidung einer einmaligen Naturlandschaft durch das Autobahnprojekt, der Porphyr-Landschaft nördlich von Halle, sowie die explodierenden Kosten.

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte ein Verkehrsgutachten bei dem unabhängigen Büro „Stadt – Verkehr – Umwelt“ (SVU) aus Dresden in Auftrag gegeben, um die Planungszahlen für die A 143 zu untersuchen. Dabei kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass weder die Siedlungs- und Verkehrsnetzstruktur, noch die bisherige stagnierende (teilweise sogar rückläufige) Verkehrsentwicklung, noch die realistische Abschätzung des künftigen Verkehrsaufkommens in der Region Halle-Leipzig den Autobahnneubau erforderlich machen.

Halle profitiert fast gar nicht von der A 143. Dies wurde in der Vergangenheit immer wieder falsch dargestellt. Der heutige Durchgangsverkehr in Halle, der dann über die A 143 umgeleitet würde, ist dafür viel zu gering. Wir müssen stattdessen jetzt an der innerstädtischen Verkehrsentlastung arbeiten. Eine weitere Stärkung des ÖPNV sowie eine Erhöhung der Fahrradfreundlichkeit – gerade mit Blick auf das große Wachstum bei Elektrofahrrädern – sind für mich die Standbeine einer zukunftsfesten Verkehrspolitik für Halle.

Auch beim Thema Saalequerung kommt das Gutachten zu einem klaren Urteil: eine Querung über die geplante A 143 bringt keine Entlastung für die zwei bereits bestehenden Saalebrücken im Stadtgebiet, denn auch hier geht es vor allem um innerstädtischen Verkehr.

Der Bau des nördlichen Teils der A 143 soll nach aktuellem Stand 240 Mio. EUR kosten. Viel Geld, dem nur ein geringer Entlastungseffekt für die Stadt Halle gegenübersteht. Viel Geld, das an anderer Stelle sicher dringender benötigt wird.

Hier gibt es das Gutachten noch mal zum Nachlesen.

Verfasst am 09.12.2013 um 13:15 Uhr von mit den Stichworten , .
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Kommentare

  1. ARW Gutachten6. März 2014

    meine güte 240 mio sind ne dicke stange geld

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