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PM „Landesregierung schaut dem Aussterben des Rotmilans tatenlos zu“

Die Förderung des Bestands des Rotmilans fordert heute mit einem Antrag die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Im Rahmen der Debatte über den Antrag sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Dietmar Weihrich:

„Wir müssen das Thema Artenschutz endlich aus anderer Perspektive betrachten. Nämlich aus der Perspektive der Verantwortung die unser Land für den Erhalt der Arten trägt.“

„Sachsen-Anhalt trägt für kaum eine andere Art so große Verantwortung wie für den Rotmilan. Etwa 2000 Brutpaare, also ein Anteil von 15 Prozent der gesamten Weltpopulation, brüten in Sachsen-Anhalt. Eine stabile Population sollte deshalb unser vordringliches Interesse sein. Aber leider sinkt die Zahl dieser Greifvogelarten in Sachsen-Anhalt stetig.“

„Es geht nicht nur darum, dass der Rotmilan ein Symbol für Sachsen-Anhalt ist, sondern es geht um das ökologische Gefüge in unserer Kulturlandschaft. Der Rotmilan steht wie kein anderes Tier für die ökologischen Zusammenhänge von Landschaften.“

„Die Landesregierung hat dem Aussterben des Rotmilans im Hakel tatenlos zugeschaut und auch in anderen Landesteilen von Sachsen-Anhalt sieht die Situation nicht anders aus. Das muss sich ändern.“

„In den Hauptverbreitungsgebieten des Rotmilans brauchen wir eine Landbewirtschaftung, die der Sicherung und Erholung des Bestandes dient. Flankierend dazu muss die Beratung der Landwirtinnen und Landwirte eine zentrale Rolle spielen. Sie muss intensiviert werden. Ein Muss sind zudem detaillierte Kenntnisse zum Bestand, zur Bestandsentwicklung, zu Ursachen von Tod und zur Lage der Horste. Wir brauchen diese Fakten, nur so können wir den Ab­wärts­trend des Rot­mi­lans in Sachsen-Anhalt stop­pen.“

„Unverzichtbar ist ein Kompetenzzentrum ,Rotmilan‘. Hier bietet sich das nördliche Harzvorland an, also die Region mit der höchsten Dichte des Rotmilans. Hier können alle Daten gebündelt werden: die Monitoring-Daten, die  Ergebnisse der Modellprojekte sowie die Infos zu den künftig durchzuführenden Artenschutz-Projekten.“

„Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung bei der Naturschutzpolitik insgesamt umsteuert. Es dürfen nicht länger die Konflikte in den Vordergrund gestellt werden, die die Erhaltung der Artenvielfalt mit sich bringt. Stattdessen müssen wir die Bedeutung der Arten für unsere kulturelle Identität und unsere ethische Verantwortung für den Erhalt der Schöpfung betonen.“

Verfasst am 17.10.2014 um 8:35 Uhr von mit den Stichworten , , .
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