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08Jun

PM Planung von Natürlich.Schierke: „Beeinträchtigung der Natur ist nicht zu rechtfertigen“

Der Harz„Natürlich.Schierke – hinter dem Versprechen der natürlichen Entwicklung der Harzregion muss Wald, der über Jahre gewachsen und zu einem großen Teil gesetzlich geschützte Natur ist, weichen. Tatsächlich soll ein riesengroßer Spielplatz entstehen – blumig wird das Ganze als Ganzjahreserlebnisgebiet Winterberg verkauft“, warnt der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dietmar Weihrich.

Durch das Projekt sind gleich mehrere Schutzgebiete betroffen. Von einer erheblichen Beeinträchtigung der dort vorkommenden Tiere und Pflanzen kann schon jetzt ausgegangen werden. „Die Rodung von Wald auf einer Fläche von 60 Fußballfeldern als ökologische Entwicklung zu bezeichnen, ist mehr als fragwürdig. Die Beeinträchtigung der Natur ist nicht zu rechtfertigen“, kritisiert Weihrich.

Diese Art der unredlichen Behauptungen setzen sich bei den Liftanlagen und Seilbahnen fort: „Hier sollen private Investoren investieren. Gelockt werden sie mit einer Rendite von 7 Prozent. Mir ist völlig unklar, auf welcher Wirtschaftlichkeitsbetrachtung diese hohe Renditeerwartung beruht – sie ist reines Glaskugellesen“, urteilt Weihrich.

Fakten:

Für Natürlich.Schierke müssen 42,7 Hektar Wald gerodet werden oder anders ausgedrückt 427.000 Quadratmeter – das entspricht einer Größe von fast 60 Fußballfeldern.

Insgesamt sollen 37,8 Millionen Euro in das Projekt investiert werden. Für den Ausgleich zur zerstörten Natur sind laut Angaben der Stadt Wernigerode gerade einmal 2,4 Millionen Euro vorgesehen. Das sind nur knapp 6 Prozent der Gesamtinvestitionen.

Die betroffenen Schutzgebiete:

  • FFH-Gebiet „Hochharz“ (6023 Hektar); hier leben die Fledermausart Großes Mausohr, die Fischart Groppe, ihr Bestand ist stark gefährdet durch touristische Aktivitäten und die Klimakrise.
  • Vogelschutzgebiet „Hochharz“ (6112 Hektar) ; hier trifft man auf die Ringdrossel, sie steht auf der der Roten-Liste bedrohter Tierarten.
  • FFH-Gebiet „Harzer Bachtäler“ (1501 Hektar); betroffen sind hier die Fischart Groppe, das Bachneunauge und der Hirschkäfer, ihr Bestand ist hier besonders durch den Gewässerausbau und die infrastrukturelle Erschließung stark gefährdet.
  • Naturschutzgebiet „Harzer Bachtäler“ (1301 Hektar); hier kommen Bärwurz, Breitblättrige Knabenkraut, Groppe und Bachneunauge vor, auch sie müssen besonders geschützt werden.
  • Landschaftsschutzgebiet „Harz und nördliches Harzvorland“ (58.020 Hektar).
Verfasst am 08.06.2015 um 10:49 Uhr von mit den Stichworten , , , , .
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