Weiter zum Inhalt
Presse » PM: Kein Ausbau der Elbe!
27Apr

PM: Kein Ausbau der Elbe!

MAGDEBURG/UM – “Die Elbe als letzter frei fließender Strom Mitteleuropas ist von enormer ökologischer Bedeutung”, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dietmar Weihrich. In der aktuellen Sitzung des Landtags lehnte daher die bündnisgrüne Fraktion den Bau weiterer Staustufen ab. Dies führe zu einer weiteren Vertiefung des Flussbetts und gefährde so das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und das Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

Zwei Gründe sind für die bisherige Vertiefung des Flussbetts der Elbe verantwortlich: Erstens ist die Fließgeschwindigkeit bereits so hoch, dass sich das für die Elbe typische Sediment nicht mehr ablagern kann. Zweitens sind die in die Elbe mündenden Flüsse so stark verbaut, dass auch von hier kaum noch Geröll und Sand nachgeliefert wird. “So tieft sich das Flussbett immer mehr ein – mit negativen Folgen für das gesamte ökologische Gleichgewicht der Elbe und des Flussgebiets”, warnt Weihrich. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnen daher den Bau weiterer Staustufen strikt ab. “Staustufen erhöhen die Fließgeschwindigkeit, wodurch das Flussbett noch stärker abgetragen wird, was langfristig das gesamte, ökologische Gleichgewicht zerstört.”

Die geplanten Staustufen sollen die Bedingungen für die Schifffahrt nach den Vorstellungen der CDU verbessern. Welche Art der Schifffahrt hat aber auf der Elbe eine Zukunft? “Die traditionelle Schifffahrt mit großen, tiefen Frachtschiffen sicherlich nicht. Dieser Güterverkehr gehört auf die Schiene. Die ökologischen Gegebenheiten der Elbe sprechen für drei Arten von Schiffverkehr: Passagier- und Containerverkehr sowie Stückguttransport. Dafür aber brauchen wir keine Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter”, meint der verkehrspolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Christoph Erdmenger. “Eine Mindesttiefe von 1,60 Meter an mindestens 345 eisfreien Tagen im Jahr gab es innerhalb der letzten 15 Jahre nur 2010. Sie in Zukunft zu erreichen ist somit unrealistisch. Auch eine Vertiefung des Flussbetts gewährleistet diese Fahrrinnentiefe nicht. Dafür reicht die Wassermenge einfach nicht aus. Die Bundesregierung muss ihre unrealistischen Ziele für die Elbe ersetzen. Wir schlagen drei Eckwerte vor. Erstens: Schifffahrt, dem ökologischen Zustand der Elbe entsprechend. Zweitens: Naturschutz. Drittens: gute, ökologische Gewässerqualität.”

“Die Elbe ist ein ökologisches Kleinod, das bewahrt werden muss; der Bau einer Staustufe ist damit nicht vereinbar”

“Herr Ministerpräsident mit ihren Aussagen zur Staustufe in Decin haben sie die Partikularinteressen derjenige vertreten, die aus reinem Selbsterhaltungstrieb die Zerstörung des größten Naturschatzes in Sachsen-Anhalt in Kauf nehmen.”

“Die Schönheit und die Vielfältigkeit der Arten und Lebensräume an der Elbe, ist das wertvollste Tafelsilber Sachsen-Anhalts. Wir haben die Pflicht, dieses Tafelsilber an die nachfolgenden Generationen zu vererben.”

“Die Elbe ist ein einzigartiges Naturerlebnis und damit ein unschätzbarer Wert für den Tourismus in unserem Land.”

“Die Elbe gilt als Hotspot der Artenvielfalt in Deutschland.”

“Die Anlage an der Staustufe in Decin, die für den Schutz der Fischfauna vorgesehen ist, entspricht seit 130 Jahren nicht mehr dem Stand der Technik.”

Dietmar Weihrich, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

“Unser Antrag fordert die anderen Fraktionen dazu auf, sich eindeutig zu positionieren: Wollen sie den Ausbau der Elbe oder nicht?”

“Wir haben in der Debatte heute kein einziges Argument für die Staustufe in Decin gehört.”

“Die Elbe ist als Transportweg unattraktiv und unzuverlässig – das ist die Wahrheit, und die muss man sich eingestehen.”

“Die Bundesregierung sagt, dass sich mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass eine gute Gewässerqualität nur mit dem Erhalt und der Wiederherstellung naturraumtypischer Gegebenheiten erreichbar ist. In meinen Worten heißt das: Für eine gute Qualität der Elbe reicht es nicht aus, nur zu gucken, wer welchen Schmutz hineinleitet, man muss sich auch um die Struktur des Flusses kümmern.”

Christoph Erdmenger, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Verfasst am 27.04.2012 um 20:00 Uhr von mit den Stichworten , , , , , , , .
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Trackbacks/Pingbacks

  1. „Es gibt kein Gleichgewicht in der Natur“…

    „Erkenntnisse der wissenschaftlichen Ökologie stehen oftmals im deutlichen Gegensatz zu den Glaubenssätzen des Ökologismus. So wird kein Forscher heute mehr ernsthaft behaupten, es gäbe in der Natur ein Gleichgewicht. Dennoch …

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
24 Datenbankanfragen in 0,712 Sekunden · Anmelden