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Halle (Saale) & Presse & Umweltpolitik » PM Stadtverwaltung soll Feinstaubemissionen senken
20Aug

PM Stadtverwaltung soll Feinstaubemissionen senken

Modernisierung des städtischen Fuhrparks dringend erforderlich

Nach einem Bericht des Halle-Spektrums zu den Ausnahmegenehmigungen für die Verbote der Umweltzone hat der grüne Landtagsabgeordnete, Dietmar Weihrich, die Stadtverwaltung zum Handeln aufgefordert.

Weihrich: „Es kann nicht hingenommen werden, dass die Stadtverwaltung sich einerseits gegen die Einführung der Umweltzone wehrt, anderseits aber die Institution in der Stadt ist, die am stärksten zur Feinstaubbelastung beiträgt. Während Private und Unternehmen ihre alten Fahrzeuge stilllegen müssen oder für die Ausnahmegenehmigungen zur Kasse gebeten werden, genehmigt sich die Stadtverwaltung ihre Ausnahmen einfach selbst. Mit fast 60 Ausnahmegenehminungen nimmt die Stadtverwaltung nahezu zehn Prozent aller Ausnahmen für sich selbst in Anspruch. Diese Ignoranz ist kaum zu überbieten“. Weihrich fordert, dass die Stadtverwaltung durch eine Modernisierung des städtischen Fuhrparks einen eigenständigen Beitrag zur Reduzierung der Feinstaubbelastung leistet. Notwendig sei es laut Weihrich darüber hinaus, die Umweltzone mit zusätzlichen Maßnahmen zu flankieren. „Beabsichtigt war unter anderem ein Jobticket für die Verwaltung. Doch davon ist schon lange keine Rede mehr“, erläutert Weihrich. Des Weiteren hätte Halle noch ein großes Potenzial, den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen.

Weihrich kritisiert ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung keine eigenen Aktivitäten entfaltet, die Emissionen vor allem von besonders gesundheitsschädlichen Dieselruß-Partikeln zu senken. „Die schlechte Luftqualität und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen der Gesundheit zeigen den hohen Handlungsbedarf in Halle. Nur durch viele Einzel-Maßnahmen kann die Luftqualität signifikant verbessert werden. Dazu müssen alle beitragen und die Verwaltung müsste mit gutem Beispiel voran gehen“, erläutert Weihrich.

Weihrich zufolge sei in Halle zunächst alles getan worden, um die Einschränkungen durch die Umweltzone so gering wie möglich zu halten. Und nach deren Einführung werde die Einhaltung nicht kontrolliert und außerdem großzügige Ausnahmen von den Verboten gewährt. Deshalb würde die Umweltzone von vielen Autofahrern auch nicht ernst genommen, ergänzt Weihrich.

Unter diesen Vorzeichen eine Abschaffung der Umweltzone zu fordern, wie jüngst die Junge Union, sei Weihrich zufolge vollkommen absurd. Untersuchungen aus Berlin hätten vielmehr gezeigt, dass Umweltzonen tatsächlich zu einer Reduzierung der Feinstaubbelastung führen. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass durch die Umweltzone vor allem die Belastung mit besonders gesundheitsschädlichen Dieselruß-Partikeln signifikant sinke. Dies sei das Ergebnis einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in der Stadt Leipzig.

Hintergrund:
Die Gesundheitsgefährdungen der Feinstaubbelastung haben zahlreiche Studie nachgewiesen. Zuletzt hatte das Helmholtz Zentrum München im Frühjahr 2011 ein Gutachten vorgelegt („Feinstaubkohortenstudie Frauen in NRW“). Im Rahmen der Untersuchung wurde über 18 Jahre das Sterblichkeitsrisiko von fast 5.000 Frauen an sieben Standorten in Nordrhein-Westfalen analysiert. Dabei wurde eine Abhängigkeit zwischen dem Sterblichkeitsrisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen sowie Lungenkrebs und den Belastungen durch Feinstaub/Stickstoffdioxid nachgewiesen. Statistisch belegt werden konnte, dass mit geringerem Abstand zwischen Wohnadresse und verkehrsreichen Straßen die allgemeine Sterblichkeit sowie die Todesursache durch Herz-Kreislauferkrankungen signifikant zunahmen. Dadurch bestätigte sich der erhebliche Einfluss hoher Partikelbelastungen auf die Gesundheit. Bei Frauen, die näher als 50 Meter an einer Hauptverkehrsstraße lebten, erhöhte sich die allgemeine Sterblichkeit um fast 40 Prozent, das Risiko, an einer Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankung zu versterben, stieg sogar um fast 80 Prozent.

Verfasst am 20.08.2012 um 11:00 Uhr von mit den Stichworten , , , , .
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