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PM “Fracking darf unser Grundwasser nicht vergiften”

MAGDEBURG/UM – Erdgas in 3000 Meter Tiefe: mit herkömmlichen Methoden ist es nicht zu gewinnen. Solche Vorkommen sind fest in den Gesteinen gebunden und müssen mit hohem Druck herausgelöst werden. Dieses Verfahren nennt man “Fracking”. “BNK Petroleum”, eine Firma aus Kanada, will mit dieser Methode bis zum Jahr 2015 Erdgas im Feld Harz-Börde in Sachsen-Anhalt – auf einer Fläche von rund 470.000 Fußballfeldern – erkunden.

“Fracking birgt immense Risiken. Keiner kann vorhersagen, was genau in 3000 Meter Tiefe passiert und welche Gefahren die eingebrachten Giftstoffe besitzen”, warnt der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dietmar Weihrich. Deshalb fordert die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die kommenden fünf Jahre ein Fracking-Verbot.

“Es existieren noch viele Unsicherheiten bezüglich der Umweltbeeinträchtigungen und der rechtlichen Voraussetzungen. Für solch ein Moratorium, wie es die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der kommenden Sitzung des Landtags fordert, gibt es keine Alternative”, betont Weihrich. In den fünf Jahren müssten Rechtssicherheit hergestellt und Risiken geklärt werden. Weihrich: “Wir brauchen größte Transparenz bei den beteiligten Firmen und dem Verfahren selbst. Bis jetzt ist nicht bekannt, welche Chemikalien die Firmen in den Untergrund pressen. Außerdem muss die Verwaltung auch die Bürgerinnen und Bürger in sämtliche Schritte der Genehmigung einbinden. Dies kann nur gelingen, wenn das Bergrecht auf Bundeseben entsprechend geändert wird.”

“Bevor durch das Fracking giftige Stoffe in den Boden gepresst werden, müssen mögliche Gefahren für Mensch und Natur ausgeschlossen werden – dafür brauchen wir ein Moratorium von mindestens fünf Jahren Dauer.”

“Fracking darf unser Grundwasser nicht vergiften.” Dietmar Weihrich, umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Hintergrund

Fracking heißt das Verfahren, mit dem Erdgas aus bis zu 3000 Meter Tiefe gefördert wird. Die Technik: hoher Druck erzeugt Risse in dem Gestein. Eine Flüssigkeit wird in die Risse gepumpt. Sie enthält grundwassergefährdende und giftige Chemikalien. Ein Teil des mit Chemikalien vergifteten Wassers verbleibt im Untergrund und verschmutzt so das Grundwasser. Große Mengen des verunreinigten Grundwassers gelangen aber auch wieder an die Oberfläche und müssen gereinigt werden.

Gutachten des Umweltbundesamtes zu Fracking: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4346.pdf

Verfasst am 05.10.2012 um 10:00 Uhr von mit den Stichworten , , , .
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